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IMPROVISATION

Für viele ist das der ultimative Traum: sich hinsetzen und einfach spielen, wonach einem zumute ist. Nicht immer an den Noten kleben müssen. Nicht immer nur fremde Stücke aufführen, sondern selbst erfinden, scheinbar locker vom Hocker, aus dem Augenblick, spielerisch und ganz persönlich.

Aber kann man das lernen? Ja das kann man. Wie so vieles andere auch – mit Geduld, einer gewissen Ausdauer und vor allem mit ein bisschen Mut, sich auf unbekanntes Terrain zu wagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit dreißig Jahren beschäftige ich mich immer wieder intensiv auch in Konzerten mit Improvisation. Von Jahr zu Jahr wuchs dabei meine Faszination darüber, dass man Musik als einen Fluss erfahren kann, der einfach da ist und von dem man sich tragen lassen kann.

 

Wer sich zum ersten Mal an‘s Improvisieren wagt, fühlt sich ähnlich, wie beim ersten Mal auf Schlittschuhen: vorsichtig, etwas ängstlich und vermutlich recht wackelig - solange, bis Sie oder Er bemerkt, dass die rutschigen Kufen gleiten können und dass man sich nach einiger Zeit fühlt, als könne man schweben.... Klarerweise springt man nicht sofort einen „dreifachen Rittberger“. Aber es macht ja schon riesig Spaß, sich einigermaßen fließend über das Eis zu bewegen. So ähnlich ist das auch beim Improvisieren. Dass man auch ohne Noten Musik zu Stande bringt, die tatsächlich nach etwas klingt, ist eine berauschende Erfahrung!

 

Natürlich denkt man bei Improvisation sofort an den Jazz, egal, ob in der Form von gepflegtem Bar-Piano oder den improvisatorischen Gipfelstürmen von Keith Jarrett. Aber nur wenige wissen, dass Improvisieren auch in der Klassik früher eine Selbstverständlichkeit war. Beethoven war als Improvisator am Klavier bereits ein Star noch ehe sein op. 1 überhaupt im Notendruck erschienen war. Bach war im Stande, jederzeit eine vierstimmige Fuge auf ein gegebenes Thema zu improvisieren. Und Mozart lieferte sich öffentliche Improvisations-Schaukämpfe mit seinem Rivalen Muzio Clementi. (Clementi gewann übrigens ;-)) Komponieren und Improvisieren waren früher tatsächlich Äpfel des gleichen Baumes.

 

Aber wie kann man das lernen? Um irgendwann Improvisieren zu können, muss man nicht nur einiges über Tonarten und Akkorde lernen, sondern auch über sich selbst. Man muss lernen, sich den Tönen und Akkorden wirklich anzuvertrauen. Am Anfang beginnen wir mit Melodien: der Schüler findet einstimmige Linien, die der Lehrer behutsam mit Akkorden begleitet. Es geht dabei ums Zuhören, ums entspannte Beobachten mit den Ohren: was passt gut zusammen, was vielleicht weniger gut? Welcher Takt stellt sich ein, welcher Groove? Alles ist erlaubt! „Falsch“ gibt es nicht, da es ja keinen Notentext gibt, den man objektiv falschspielen könnte. Auch schräge Klänge sind durchaus willkommen, erstaunlicherweise aber stellen sie sich seltener ein, als man erwarten würde. Vieles klingt unerwartet schön....

Hörprobe: Felice – Improvisation für Klavier und Tombak, XZ & Jürgen Schneider

Kontakt:

xander@propiano-klavierunterricht.de

Mobil  0178 160 31 93

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